Am Flughafen Antalya fängt der Urlaub mit einer Schlange an, einem Schild mit dem Namen des Veranstalters und einem Bus, der mehrere Hotels nacheinander anfährt. Deins ist selten das erste. Genau in dieser Stunde wollen vier Smartphones gleichzeitig ins Internet: zwei, weil zu Hause jemand Bescheid wissen will, und zwei, weil auf der Rückbank die Frage aufkommt, wie lange es noch dauert.
Im Reisebüro geht es um Zimmerkategorie, Verpflegung und Transferzeit. Über die Verbindung spricht niemand, weil im Prospekt "WLAN inklusive" steht. Nebenbei, weil es regelmäßig durcheinandergeht: Die türkische Registrierungspflicht für Geräte betrifft die Nutzung einer türkischen SIM-Karte im mitgebrachten Smartphone. Ein Reise-Datentarif bucht sich als Gast in ein Partnernetz ein und fällt nicht in dieses Verfahren.
Das WLAN der Anlage endet am Zaun
Viele Hotels in Side, Belek, Kemer und Lara bieten WLAN an. Wie gut es im Zimmer, am Pool oder am Strand funktioniert, unterscheidet sich von Anlage zu Anlage. Manche begrenzen auch die Zahl der gleichzeitig angemeldeten Geräte. Frag deshalb an der Rezeption nach, wo WLAN verfügbar ist, ob pro Zimmer oder pro Gerät gezählt wird und wie viele Geräte gleichzeitig online sein dürfen.
Das eigentliche Argument ist trotzdem ein anderes. Außerhalb der Anlage hilft dir das Hotel-WLAN nicht weiter: beim Transfer, im Bus in den Ort, auf dem Markt, beim Bootstag ab Manavgat, in Aspendos, und abends auf dem Rückweg. In der Anlage kannst du WLAN nutzen, sofern es dort zuverlässig verfügbar ist. Für die Zeit außerhalb der Anlage ist ein eigener Datentarif praktisch.
Erst prüfen, welches Gerät überhaupt eSIM kann
Viele iPhones ab der XR-Generation unterstützen eSIM. Entscheidend sind das genaue Modell und die Verkaufsregion, besonders bei Importgeräten.
Bei Android ist es unübersichtlich. eSIM ist dort auch bei Geräten der letzten Jahre keine Selbstverständlichkeit, besonders in der Mittelklasse, und dieselbe Modellreihe kann es je nach Verkaufsregion beherrschen oder eben nicht. Verlass dich also nicht auf das Baujahr, sondern schau nach.
Suche in den Einstellungen nach „eSIM hinzufügen“ oder in den Geräteinformationen nach einer EID. Eine angezeigte EID weist auf eSIM-Unterstützung hin. Fehlt sie, prüfe die Herstellerangaben zum genauen Modell, bevor du einen Tarif kaufst. Das Gerät muss außerdem für andere Anbieter freigeschaltet sein.
Bei Kindern zählt das besonders. Sie laufen oft mit dem abgelegten Gerät der Eltern oder einem günstigen Modell herum, und genau dort fällt die Antwort öfter negativ aus.
Braucht jedes Kind einen eigenen Tarif?
Technisch nicht unbedingt. Ob ein Smartphone die Datenverbindung per Hotspot teilen kann, hängt vom Gerät und vom Tarif ab. Klappt es, verbinden sich die anderen Geräte damit - bau den Urlaub aber nicht darauf.
Das hat drei Grenzen, und alle drei treten im Urlaub auf. Der Akku: Navigation und Hotspot belasten den Akku zusätzlich. Die Anwesenheit: Das Hotspot-Gerät ist nicht dabei, wenn ein Kind in den Kinderclub geht und das zweite mit dem Vater zum Boot fährt. Und die Automatik: Je nach Gerät schaltet sich der Hotspot ab, wenn längere Zeit niemand verbunden ist.
Eine sinnvolle Aufteilung: Beide Erwachsenen bekommen ein eigenes Profil, wenn ihr tagsüber getrennt unterwegs seid. Kleinere Kinder können am Hotspot hängen, wenn Gerät und Tarif das Teilen zulassen. Ein Kind, das alt genug ist, allein in den Ort zu laufen, braucht ein eigenes, weniger wegen der Daten als wegen der Erreichbarkeit. In der Anlage könnt ihr das WLAN nutzen, soweit es verfügbar ist.
Wie viel Datenvolumen braucht ihr für zwei Wochen?
Beim Datenvolumen verschätzt man sich leicht. Diese Angaben sind grobe Richtwerte; besonders Videos, Bildqualität und die Zahl der verbundenen Geräte machen einen großen Unterschied.
| Was auf dem Smartphone läuft | Ungefähr pro Tag |
|---|---|
| Karten, Nachrichten, ein paar Fotos | 100 bis 200 MB |
| Dazu Social Media und Scrollen | 300 bis 500 MB |
| Dazu Videoanrufe nach Hause und kurze Clips | 700 MB bis 1,2 GB |
| Ein Kind, das unterwegs Videos schaut | 1,5 GB und mehr |
Für die Tarifwahl heißt das: Wenn ihr einen großen Teil des Tages in der Anlage und damit im WLAN seid, rechne pro Erwachsenem mit 3 bis 5 GB für zwei Wochen. Soll ein einziges Smartphone die ganze Familie per Hotspot versorgen, nimm 10 GB oder mehr - vorausgesetzt, Gerät und Tarif lassen das Teilen überhaupt zu.
Zwei Einstellungen zählen mehr als die Größe des Tarifs. Stell das Hochladen von Fotos auf WLAN um, sonst lädt das Smartphone nach einem Tag am Pool im Hintergrund große Bilddateien hoch, und schalte die automatische Videowiedergabe in den Social-Media-Apps aus. Beides verbraucht viel, ohne dass jemand auf den Bildschirm geschaut hat.
Ist das Datenvolumen früher verbraucht als gedacht, kannst du einfach einen weiteren Tarif kaufen. Dafür brauchst du Internet, etwa das WLAN der Anlage.
Die Oma, die mitfährt
Sie hat ein Smartphone, und eingerichtet hat es jemand aus der Familie. Das wird auch diesmal so sein, also plan es gleich ein.
Die Regel lautet: alles zu Hause, bei ihr, in ihrem WLAN, an einem ruhigen Nachmittag. Nicht in der Ankunftshalle mit dem Koffer in der Hand, denn für die Installation eines Profils braucht man Internet, und darauf solltest du dich bei der Ankunft nicht verlassen.
Prüf zuerst, ob ihr Gerät eSIM kann. Wenn nicht, gibt es zwei ehrliche Möglichkeiten: Ihr Smartphone bleibt ein Telefon, Datenroaming aus, Anrufe und SMS bleiben bei verfügbarem Roaming möglich, können aber je nach Tarif kostenpflichtig sein. Tagsüber kann sie deinen Hotspot nutzen, sofern dein Gerät und dein Tarif das Teilen zulassen. Oder sie braucht gar nichts, weil sie abends im WLAN der Anlage mit den Enkeln telefoniert.
Kann ihr Gerät eSIM, installier das Profil zu Hause und gib ihm einen leicht erkennbaren Namen, zum Beispiel "Türkei". Nach der Landung nimmst du ihr Smartphone einmal selbst in die Hand: mobile Daten auf das eSIM-Profil, Datenroaming für dieses Profil an, Datenroaming für ihre eigene SIM-Karte aus. Einmal gemeinsam einrichten erspart später viele Rückfragen.
Sag ihr außerdem einen Satz, der wichtiger ist als jede Einstellung: Das Datenpaket ist vorausbezahlt; Anrufe und SMS über die eigene SIM-Karte können trotzdem zusätzlich kosten. Sonst schaltet sie aus Sorge vor einer Rechnung die mobilen Daten ganz aus und wundert sich, dass die Karte nicht lädt. Auf einen Zettel gehört nur eine Zeile: Flugmodus an, bis zehn zählen, Flugmodus aus.
Navigation auf dem Ausflug, wenn kein Netz da ist
Für die Standortbestimmung per GPS braucht dein Smartphone keine mobilen Daten. Die Karte und die gewünschte Route müssen aber offline verfügbar sein. Ob auch die Routenberechnung ohne Internet klappt, hängt von der Karten-App und der gewählten Verkehrsart ab.
Daraus folgt die Vorbereitung. Lade zu Hause im WLAN die Offline-Karte der Region herunter, und zwar nicht nur den Ort: die Küste bis Alanya, das Taurusgebirge im Hinterland, die Strecke nach Manavgat und in die Köprülü-Schlucht, und wenn ihr nach Pamukkale fahrt, die Strecke dorthin.
Auf den Serpentinen ins Hinterland kann der Empfang aussetzen. Gelände und Netzausbau spielen dabei eine Rolle; eine lokale SIM-Karte garantiert dort ebenfalls keine durchgehende Verbindung.
Drei Kleinigkeiten, die auf Ausflügen mehr retten als Gigabyte:
- Verabredet Treffpunkt und Uhrzeit, bevor sich die Gruppe trennt. In einer Ausgrabung oder auf einem Bootssteg kann die Verbindung zäh sein, obwohl das Signal voll aussieht, weil sich viele Menschen denselben Mast teilen.
- Speicher die Adresse der Anlage als Notiz, nicht nur als Link in der Bestätigungsmail. Bei ähnlich klingenden Hotelnamen hilft die genaue Adresse auch dem Taxifahrer.
- Powerbank in den Tagesrucksack. Lange Navigation und Hitze können den Akku stark belasten.
Wenn nach der Landung nichts passiert
Stell die mobilen Daten auf das eSIM-Profil und lass das Datenroaming für dieses Profil eingeschaltet. Das klingt verkehrt, ist aber richtig: Das Profil bucht sich als Gast ein, und dein Smartphone nennt das Roaming. Für deine eigene SIM-Karte schaltest du es aus. Die Leitung bleibt für Anrufe und SMS aktiv, sofern dein Anbieter dort Roaming ermöglicht.
Kommt keine Verbindung, geh der Reihe nach vor: Flugmodus zehn Sekunden an und wieder aus, dann Neustart, dann in den Netzeinstellungen von Hand ein anderes Partnernetz wählen. Die automatische Netzwahl hängt von den unterstützten Partnernetzen ab; ein sofortiger Wechsel bei schwachem Empfang ist nicht garantiert.
Und weil du für den Support ausgerechnet dann kein Internet hast: Speicher den QR-Code, die SM-DP+-Adresse und deine Bestellnummer vor dem Abflug auch außerhalb des Geräts.
Die Liste für den Abend vor dem Abflug
- Bei jedem Gerät eSIM-Unterstützung und eine mögliche Anbieterbindung prüfen.
- Profile zu Hause im WLAN installieren und benennen. Nach den Standardbedingungen startet die Gültigkeit mit der ersten Verbindung am Reiseziel, sofern der Tarif nichts anderes vorsieht. Prüfe die Bedingungen vor der Installation.
- Offline-Karte für die Region herunterladen, inklusive der Ausflugsstrecken.
- Foto-Backup auf WLAN stellen, automatische Videowiedergabe ausschalten.
- Serien und Spiele auf das Tablet der Kinder laden, für Transfer und Ausflugsbus.
- Datenroaming für die eigenen SIM-Karten ausschalten.
- Das Smartphone der Oma einmal selbst in die Hand nehmen.
- Powerbank und ein Ladekabel mit mehreren Anschlüssen einpacken.
Zwanzig Minuten am Abend vorher, und die Frage nach dem Internet ist geklärt, bevor der Bus vom Flughafen losfährt.
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