Born to Roam
Kaufen
Internet und Roaming

Vier Tage Istanbul ohne Auto: İstanbulkart, Fähre und ein Smartphone, das nicht ausfallen darf

Der Flieger setzt kurz vor Mitternacht auf, und zwischen dir und dem Hotel in Karaköy liegt noch die halbe Stadt. Die Frage ist nicht, ob du hinkommst, sondern womit: Metro, Flughafenbus oder ein Wagen, den du über eine App rufst. Mit den p

Veröffentlicht 6 Min. LesezeitAutor: Born to Roam Admin

Der Flieger setzt kurz vor Mitternacht auf, und zwischen dir und dem Hotel in Karaköy liegt noch die halbe Stadt. Die Frage ist nicht, ob du hinkommst, sondern womit: Metro, Flughafenbus oder ein Wagen, den du über eine App rufst. Mit den passenden Apps lässt sich der Weg deutlich leichter planen.

Bei einer Städtereise nach Istanbul ist mobiles Internet besonders praktisch. Kein Auto, keine Reiseleitung, keine Hotelanlage, in der dir die Rezeption alles organisiert. Stattdessen eine Stadt über zwei Kontinente, in der Ticket, Weg, Speisekarte und Rückweg am Abend alle in derselben Hosentasche stecken.

Die ersten Minuten nach der Landung, noch vor dem Bahnsteig

Der häufigste Fehler ist nicht, keinen Tarif zu haben, sondern mit dem Koffer in der Hand Richtung Metro zu laufen und erst unten zu merken, dass am Smartphone nichts eingestellt ist.

Mach es oben im Terminal, im Sitzen, bevor du dich in Bewegung setzt:

  1. Mobile Daten auf das eSIM-Profil umstellen.
  2. Das Datenroaming für dieses Profil eingeschaltet lassen. Das klingt verkehrt, ist aber richtig: Das Profil bucht sich als Gast in ein Partnernetz ein, und dein Smartphone nennt das Roaming.
  3. Das Datenroaming für deine eigene SIM-Karte ausschalten, damit im Hintergrund nichts nach der internationalen Preisliste deines Anbieters durchläuft.
  4. Kommt kein Netz, den Flugmodus zehn Sekunden an und wieder aus. Das zwingt das Gerät zu einer neuen Netzsuche.
  5. Nachsehen, ob die Karten-App tatsächlich lädt. Volle Empfangsbalken allein sagen noch nichts über die Datenverbindung aus.

Richte die App für Taxifahrten möglichst schon zu Hause ein. Falls zur Registrierung ein Code per SMS kommt, muss deine eigene Nummer erreichbar sein. Im Ausland klappt das nur, wenn die Leitung eingeschaltet ist und dein Anbieter dort Roaming ermöglicht. Mit müden Mitreisenden am Taxistand ist das unnötig umständlich.

Prüfe vor dem Weg zur Bahn auch die Betriebszeiten, besonders bei einer späten Landung. Vom Flughafen auf der europäischen Seite fährt die M11 bis Gayrettepe und von dort die M2 weiter, vom Flughafen Sabiha Gökçen bringt dich die M4 nach Kadıköy. Das willst du nachschlagen können, während du dastehst.

İstanbulkart, die Karte für fast alles

Die İstanbulkart gilt in Metro, Straßenbahn, Stadtbussen, Standseilbahnen und vielen Linienfähren. Für Sonderfahrten und Flughafenbusse können andere Regeln gelten. Du kaufst sie am Automaten, lädst einen Betrag auf und hältst sie ans Drehkreuz oder ans Gerät an Bord. Am einfachsten ist es, wenn jede Person eine eigene Karte hat und ihr gleich am ersten Automaten genug für mehrere Tage aufladet.

Für das Aufladen am Automaten brauchst du kein Internet auf dem Smartphone. Aktuelle Routen und Abfahrten lassen sich unterwegs dagegen am einfachsten online nachschlagen. Welche Linie, welche Richtung, wo du umsteigst, ob die Fähre am Abend noch fährt: Das steht in der App, nicht am Bahnsteig auf Deutsch.

Eine Kleinigkeit für später: Auch auf den regulären Linienfähren über den Bosporus zahlst du mit der İstanbulkart. Die Fahrt von Eminönü oder Karaköy nach Kadıköy oder Üsküdar ist kein Ausflug, den du gesondert buchst, sondern Nahverkehr.

Café-WLAN hilft dir nur vor Ort

Es gibt WLAN: im Hotel, in den großen Café-Ketten, in Museen, am Flughafen. Nur löst es dein Problem aus zwei Gründen nicht.

Erstens der Zugang. Gäste-WLAN in der Türkei ist häufig an eine Identifizierung geknüpft. In Cafés und Restaurants wirst du nach einer Telefonnummer gefragt und bekommst einen Code per SMS, am Flughafen läuft es oft über einen Automaten, an dem du deinen Pass einliest. Mit einer ausländischen Nummer klappt der SMS-Weg mal und mal nicht.

Zweitens der Ort. WLAN gibt es genau dort nicht, wo du das Internet brauchst: auf den Treppen unterhalb des Galataturms, an einem Anleger, den du verwechselt hast, auf dem Rückweg um halb eins. Das Café-WLAN ist gut für den Moment, in dem du ohnehin sitzt. Für alles dazwischen brauchst du eigene Daten.

Metro, Tunnel und die Fähre: wo das Signal kippt

In Metrostationen und Tunneln kann der Empfang je nach Strecke und Netz unterschiedlich ausfallen. Auch bei der Fahrt unter dem Bosporus zwischen Sirkeci und Üsküdar solltest du nicht auf eine durchgehende Verbindung angewiesen sein. Speichere Umstiege und die Zieladresse vorher.

Auf der Fähre kann die Verbindung ebenfalls schwanken. An gut besuchten Anlegern können viele gleichzeitige Zugriffe die Datenverbindung verlangsamen, selbst wenn die Empfangsanzeige gut aussieht.

Die Gegenmaßnahme kostet nichts und dauert fünf Minuten am Abend vorher:

  • Lade die Offline-Karte für Istanbul herunter, großzügig über beide Seiten und nicht nur für die Altstadt.
  • Lade das türkische Sprachpaket für die Übersetzungs-App offline herunter. Prüfe vorher, welche Funktionen deiner App offline verfügbar sind; das gilt besonders für die Kameraübersetzung.
  • Setz Lesezeichen auf die Adressen von Hotel, Anleger und Flughafen, solange du noch WLAN hast.

Wie viel Datenvolumen brauchst du für vier Tage Istanbul?

In Istanbul brauchst du unterwegs oft mehr Daten als bei einem Strandurlaub: Du bist von morgens bis abends unterwegs, und die Karte läuft fast durchgehend mit.

Was du machstUngefähr pro Tag
Karten, Nachrichten, Taxi-App150 bis 300 MB
Dazu Übersetzung mit der Kamera und Suchen unterwegs300 bis 600 MB
Dazu Stories, Fotos und ein paar Clips700 MB bis 1,2 GB
Zwei Leute am selben Hotspot, den ganzen Tag1,5 GB und mehr

Als Orientierung für die Tarifwahl: Für drei bis vier Tage mit Karten, Nachrichten und gelegentlichem Nachschlagen kannst du mit 2 bis 3 GB rechnen. Wenn du täglich filmst und postest, nimm 5 GB. Kommt ein Laptop mit oder sollen mehrere Geräte versorgt werden, plane mehr ein, etwa 5 bis 10 GB oder bei viel Video auch darüber hinaus. Ob sich die Verbindung über den Hotspot teilen lässt, hängt von deinem Smartphone und vom Tarif ab.

Zwei Einstellungen zählen mehr als die Größe des Tarifs. Schalte die automatische Videowiedergabe in den Social-Media-Apps aus und beschränke das Foto-Backup auf WLAN. Gerade hier machst du an einem Tag sehr viele Aufnahmen, die das Gerät sonst den ganzen Nachmittag im Hintergrund hochschiebt.

Unterwegs in den Gassen von Sultanahmet und Karaköy

In diesen Vierteln lohnt es sich, neben der Karten-App auch auf die Umgebung zu achten. Die Gassen sind eng, es geht über Treppen und Hänge, und zwischen hohen Häusern springt die Ortung gern um eine Ecke, die es gar nicht gibt. Die App rechnet ständig neu, und du schaust öfter aufs Smartphone, als du geplant hattest.

Ein Anleger oder ein Turm kann dir zusätzlich bei der Orientierung helfen, wenn die Ortung ungenau ist. Wenn ihr euch trennt, verabredet einen Ort und eine Uhrzeit. Ein geteilter Standort ist nützlich, ersetzt aber keinen Treffpunkt, wenn der Empfang ausfällt.

Hat dein Smartphone überhaupt eine eSIM?

Das klärt man am besten zu Hause und nicht am Gate.

Bei iPhones ab der XR-Generation ist eSIM weit verbreitet, hängt aber vom Modell und der Verkaufsregion ab. Prüfe besonders bei Importgeräten die genaue Variante. Bei Android ist die Unterstützung ebenfalls uneinheitlich, auch in der Mittelklasse und bei neueren Geräten.

Suche in den Einstellungen nach „eSIM hinzufügen“ oder in den Geräteinformationen nach einer EID. Wird eine EID angezeigt, ist das ein Hinweis auf eSIM-Unterstützung. Fehlt sie, prüfe die Herstellerangaben für dein genaues Modell. Das Smartphone muss außerdem für andere Anbieter freigeschaltet sein.

Zu Hause installieren, Aktivierungsbedingungen prüfen

Für den Download des Profils brauchst du Internet. Die Ankunftshalle mit Gepäck in der Hand ist nicht der Ort dafür. Also installierst du zu Hause im WLAN über den QR-Code, ein oder zwei Tage vor dem Abflug.

Installation und Beginn der Gültigkeit sind nicht dasselbe. Nach den Standardbedingungen startet die Laufzeit mit der ersten Verbindung zu einem unterstützten Netz am Reiseziel, sofern beim Tarif nichts anderes steht. Prüfe vor der Installation auch, ob es eine Frist für die erste Nutzung gibt.

An deiner Nummer ändert sich nichts. Deine eigene SIM-Karte bleibt im Smartphone, Anrufe und SMS können weiter ankommen, wenn deine eigene Leitung eingeschaltet und für Roaming freigeschaltet ist. Das gilt auch für Bestätigungscodes. Für Telefonate gelten weiterhin die Auslandskonditionen deines eigenen Anbieters. Was sich ändert, ist einzig die Leitung, über die die mobilen Daten laufen.

Die Liste für den Abend vor dem Abflug

  1. Tarif kaufen und das Profil zu Hause im WLAN installieren.
  2. Offline-Karte für Istanbul herunterladen, beide Seiten.
  3. Türkisches Sprachpaket für die Übersetzung offline laden.
  4. App für den Nahverkehr und Taxi-App installieren und registrieren.
  5. Automatische Videowiedergabe aus, Foto-Backup auf WLAN stellen.
  6. Datenroaming für die eigene SIM-Karte ausschalten.

Zehn Minuten am Abend vorher. Dafür ist die erste Stunde dann genau das, was sie sein soll: der Weg vom Flughafen zu einem Tee am Wasser, und keine Suche nach einem offenen Netz.

Themen

  • istanbul
  • staedtereise
  • nahverkehr
  • esim
  • tuerkei

Zurück zum Ratgeber

Ein neuer Artikel, einmal im Monat

Kurz, nützlich, kein Spam. Ein Klick meldet dich wieder ab.