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Ägypten: Transfer, Ausflug, Nilkreuzfahrt und wo das Netz aufhört

Am Roten Meer verbringst du mehr Zeit unterwegs, als der Katalog vermuten lässt. Was dabei mit deiner Verbindung passiert und wie viele Daten eine Woche wirklich braucht.

Veröffentlicht 6 Min. LesezeitAutor: Jelena Radovanović

Ägypten ist das Reiseziel, bei dem die meisten sicher sind, dass sie kein Internet brauchen werden. Alles inklusive, Anlage, Strand, Pool. Und dann kommt der erste Ausflug, und plötzlich braucht man es doch.

Der Grund ist einfach: In Ägypten verbringst du mehr Zeit unterwegs, als im Katalog steht. Zwischen Flughafen und Anlage, zwischen Anlage und Luxor, zwischen Hafen und Tauchplatz. Und unterwegs gibt es kein Wi-Fi.

Das Wi-Fi der Anlage endet am Poolrand

In den großen Anlagen in Hurghada, El Gouna, Makadi Bay, Marsa Alam oder Sharm el-Sheikh gibt es Wi-Fi. Meistens funktioniert es in der Lobby und im Restaurant gut, im Zimmer schon schlechter und am Strand oft gar nicht. In manchen Häusern ist die Zahl der Geräte begrenzt, die gleichzeitig angemeldet sein dürfen, was bei einer Familie mit vier Smartphones schnell zum Thema wird.

Drei Fragen an der Rezeption ersparen dir die Enttäuschung, falls du es ohne eigenen Tarif versuchen willst:

  • Funktioniert das Wi-Fi im Zimmer oder nur in den gemeinsamen Bereichen?
  • Wird es pro Zimmer oder pro Gerät gezählt?
  • Wie viele Geräte dürfen gleichzeitig angemeldet sein?

Das eigentliche Argument ist aber nicht die Qualität des Wi-Fi. Es ist, dass es genau dort aufhört, wo dein Tag anfängt.

Der Transfer und die Strecke ins Landesinnere

Die erste Stunde nach der Landung ist die, in der du am ehesten wissen willst, wo du bist. Der Bus fährt, es ist dunkel, alle sind müde, und irgendjemand fragt, wie lange es noch dauert.

Richtig interessant wird es beim Ausflug nach Luxor. Die Fahrt vom Roten Meer ins Niltal führt über weite Strecken durch die Wüste, und dort gibt es zwischen den Ortschaften schlicht keine Masten. Das ist keine Schwäche deines Tarifs, sondern die Lage: Wo niemand wohnt, steht auch kein Netz.

Praktisch heißt das: Lade die Offline-Karte der Region herunter, bevor du losfährst, und speicher die Adresse deiner Unterkunft als Notiz im Smartphone. Auf Arabisch gespeichert ist sie im Zweifel mehr wert als jede Karte, weil du sie einfach zeigen kannst.

Auf dem Nil

Eine Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan liegt beim Netz zwischen zwei Welten. In den Städten und an den Anlegestellen ist die Verbindung normal, teils richtig gut. Auf den langen Abschnitten dazwischen und an den Tempeln außerhalb der Orte wird sie dünn, und auf dem Wasser wechselt sie ständig, weil das Schiff zwischen Ufern mit sehr unterschiedlicher Netzabdeckung fährt.

Das Schiff hat oft ein eigenes Wi-Fi. Es teilen sich alle an Bord, und abends merkt man das.

Wenn du an einem bestimmten Tag etwas erledigen musst, erledige es im Hafen und nicht zwischen zwei Tempeln.

Wüste, Tauchboot, Quad

Alles, was den Ort verlässt, verlässt irgendwann auch das Netz.

Bei einer Wüstensafari gibt es nach wenigen Kilometern außerhalb der Stadt keine Verbindung mehr. Auf einem Tauchboot funktioniert das Netz in Ufernähe und verschwindet weiter draußen, wie überall auf dem Meer. Das ist normal und es passiert mit einer lokalen SIM-Karte genauso.

Die einzige sinnvolle Vorbereitung ist deshalb keine technische: Verabredet Treffpunkt und Uhrzeit, bevor sich die Gruppe trennt. Auf einem Markt oder in einer Tempelanlage kann die Verbindung auch dann zäh sein, wenn das Signal voll aussieht - viele Menschen auf engem Raum teilen sich denselben Masten.

Sprachanrufe über Apps

Eine Eigenheit, die man besser vorher weiß: Sprachanrufe über manche Nachrichten-Apps können in Ägypten eingeschränkt sein. Das hängt weder an deinem Tarif noch am Netz, sondern an lokalen Regeln, und es betrifft die lokale SIM-Karte, das Hotel-Wi-Fi und eine eSIM gleichermaßen.

Nachrichten und Fotos laufen normal. Wenn dir wichtig ist, mit der Stimme nach Hause zu telefonieren, plan ein, dass es dafür einen klassischen Anruf oder eine andere App braucht.

Wie viele Daten für eine Woche

Für einen normalen Urlaub mit zwei oder drei Ausflügen reichen 3 GB für eine Woche in aller Regel. Einen Teil des Tages bist du im Wi-Fi, und der Tarif deckt Karten, Nachrichten und Fotos ab.

Wenn du viel postest oder auch im Urlaub arbeitest, nimm 5 bis 10 GB.

Und stell das automatische Hochladen von Fotos in die Cloud auf Wi-Fi um. Nach einem Tag am Meer ist das der mit Abstand größte einzelne Posten, und zwar einer, den du verbrauchst, ohne das Smartphone auch nur in die Hand genommen zu haben.

Welche Netze du nutzt

In Ägypten arbeiten Orange Egypt, Vodafone Egypt und Etisalat Misr. In Kairo, entlang des Nils und in den Orten am Roten Meer ist die Netzabdeckung gut. In der Wüste und abseits der Ortschaften gibt es streckenweise gar nichts, und daran ändert kein Tarif etwas.

Auswählen musst du nichts. Dein Smartphone nimmt automatisch das Netz mit dem besten Signal.

Hitze und Akku

Ein praktischer Punkt, der mit dem Netz mehr zu tun hat, als man denkt: In der Hitze entlädt sich ein Akku schneller, und ein Smartphone, das den ganzen Tag nach Signal sucht, entlädt sich noch schneller. Wenn du in ein Gebiet ohne Netzabdeckung fährst, kostet dich allein die ständige Suche Ladung.

Eine Powerbank gehört deshalb in den Tagesrucksack, und in Zonen ohne Netz ist der Flugmodus mit einer heruntergeladenen Karte die bessere Einstellung als die Hoffnung auf einen Balken.

Vor dem Abflug

  1. eSIM-Profil zu Hause im Wi-Fi installieren. Die Gültigkeit startet erst beim ersten Einbuchen in ein Netz in Ägypten.
  2. Offline-Karte für die Region herunterladen, inklusive der Strecke ins Landesinnere.
  3. Adresse der Unterkunft als Notiz speichern, gern auch auf Arabisch.
  4. Foto-Backup auf Wi-Fi stellen.
  5. Datenroaming für die eigene SIM-Karte ausschalten.
  6. Powerbank einpacken.

Ägypten braucht keinen großen Tarif. Es braucht einen, der außerhalb der Anlage funktioniert. Das ist der Unterschied zwischen 3 GB, die du nutzt, und 10 GB, die liegen bleiben.

Themen

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